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Zählwaagen für Industrie, Lager und Inventur

Kleinteile schnell und zuverlässig zählen – vom kompakten Tischmodell bis zum Zweitwaagensystem.

Ob Schrauben, Verbindungselemente oder elektronische Bauteile: Zählwaagen ermitteln Stückzahlen über das Gewicht einer Referenzmenge und sparen Zeit bei Inventur, Kommissionierung und Wareneingang. Entscheidend sind dabei nicht nur die Höchstlast, sondern vor allem das kleinste Teilegewicht, die Referenzmenge und – je nach Anwendung – die Eichfähigkeit.

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Zählwaagen für Industrie, Lager und Inventur

Wie funktioniert eine Zählwaage?

Eine Zählwaage zählt nicht direkt, sie rechnet: Aus einer bekannten Referenzmenge ermittelt sie das durchschnittliche Stückgewicht. Anschließend teilt sie das Gewicht einer größeren aufgelegten Menge durch diesen Wert und berechnet daraus die Stückzahl.

Für zuverlässige Ergebnisse sind vor allem drei Größen relevant:

  • Ziffernschritt (d): Er gibt an, in welchen Gewichtsschritten die Waage das Gewicht anzeigt. Ein kleiner Ziffernschritt ermöglicht eine feinere Gewichtsanzeige, sagt allein aber noch nicht aus, wie leicht ein einzelnes Teil beim Zählen sein darf.
  • Kleinstes Teilegewicht: Dieser Herstellerwert gibt an, ab welchem durchschnittlichen Stückgewicht eine zuverlässige Stückzählung vorgesehen ist. Für die Auswahl einer Zählwaage ist dieser Wert häufig aussagekräftiger als die reine Ablesbarkeit.
  • Gewichtsstreuung der Teile: Auch die zu zählenden Produkte beeinflussen das Ergebnis. Unterscheiden sich Schrauben, Stanzteile oder andere Kleinteile im Einzelgewicht, wirkt sich diese Streuung auf die berechnete Stückzahl aus.

Ziffernschritt und kleinstes Teilegewicht sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.

Je größer und repräsentativer die Referenzmenge ist, desto zuverlässiger lässt sich das durchschnittliche Stückgewicht bestimmen. Viele professionelle Zählwaagen unterstützen diesen Vorgang zusätzlich durch eine automatische Referenzoptimierung.

Bei Zählwaagen von A&D wird diese Funktion beispielsweise als ACAI – Automatic Counting Accuracy Improvement – bezeichnet.

Wie funktioniert eine Zählwaage?

Welche Zählwaage passt zu Ihrer Anwendung?

Vor dem Kauf einer Zählwaage sollten Sie vor allem drei Fragen beantworten:

1. Welches ist das leichteste Teil, das Sie zählen möchten?

Das kleinste Teilegewicht ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien. Besonders bei leichten Schrauben, Unterlegscheiben, elektronischen Bauteilen oder anderen Kleinteilen lohnt sich ein genauer Blick auf die technischen Daten der Waage.

2. Welches Gesamtgewicht soll gleichzeitig auf der Waage liegen?

Daraus ergibt sich der benötigte Wägebereich. Gängige Zählwaagen sind beispielsweise für 3, 6, 15, 30 oder 50 kg erhältlich.

Wenn sehr leichte Teile in großen Mengen gezählt werden sollen, kann ein Zweitwaagensystem sinnvoll sein: Eine besonders fein auflösende Referenzwaage bestimmt das durchschnittliche Stückgewicht, während eine größere Mengenwaage oder Wägebrücke die Gesamtmenge aufnimmt.

3. Wird eine geeichte Zählwaage benötigt?

Ob eine Zählwaage eichpflichtig eingesetzt wird, sollte vor dem Kauf geklärt werden. Nicht jede Zählwaage ist eichfähig und nicht jede Ausführung ist für einen eichpflichtigen Einsatz vorgesehen.

Bei eichpflichtigen Anwendungen sollte die benötigte Ausführung deshalb bereits vor der Bestellung geklärt werden.

Welche Zählwaage passt zu Ihrer Anwendung?

Wann muss eine Zählwaage geeicht sein?

Eine Eichpflicht kann bestehen, wenn mit der Waage Gewichtswerte im geschäftlichen oder amtlichen Verkehr bestimmt werden.

Das betrifft beispielsweise Anwendungen, bei denen das ermittelte Gewicht Grundlage für die Abrechnung, Preisberechnung, Warenannahme oder eine andere gesetzlich geregelte Entscheidung ist. Auch bei Waagen mit Stückzählfunktion ist daher entscheidend, wofür der angezeigte Gewichtswert tatsächlich verwendet wird.

Für reine innerbetriebliche Stückzählungen, bei denen kein eichpflichtiger Gewichtswert für Abrechnung, Warenannahme oder vergleichbare Zwecke verwendet wird, ist in der Regel keine Eichung erforderlich. Typische Beispiele sind interne Inventuren, Nachbestellungen oder die Kommissionierung eigener Lagerbestände.

Für Qualitätsmanagement und Prüfmittelüberwachung kann stattdessen eine dokumentierte Kalibrierung sinnvoll sein. ESSMANN bietet hierfür unter anderem ISO- und DAkkS-Kalibrierungen an.

Wichtig: Bei eichpflichtigen Anwendungen muss bereits vor dem Kauf geprüft werden, ob das gewünschte Modell eichfähig ist und in der benötigten Ausführung geliefert werden kann.

Wenn Sie unsicher sind, beraten wir Sie gerne vorab zur passenden Ausführung.

Drei Zählwaagen für unterschiedliche Anforderungen

  • Für leichte Teile und große Mengen

    A&D HC-30Ki eignet sich besonders dann, wenn eine hohe Gesamtlast mit sehr kleinen Stückgewichten kombiniert werden soll.

    Die Waage bietet einen Wägebereich bis 30 kg. Im Fine Mode liegt das kleinste Teilegewicht bei 0,05 g je Stück. Zusätzlich verfügt sie über einen Speicher für bis zu 99 Artikel inklusive Tara- und Komparatorwerten.

    Die automatische Referenzoptimierung ACAI verbessert das durchschnittliche Stückgewicht während des Zählvorgangs. Die Anzeigeeinheit ist vom Wägeteil getrennt und kann je nach Arbeitsplatz günstig positioniert werden.

    Für die HC-Serie sind außerdem verschiedene Zubehörlösungen erhältlich. Ein optionales Sprachmodul kann beispielsweise die Komparatorzustände HI, OK und LO akustisch wiedergeben. Dadurch lässt sich bei Kontroll- und Abfüllaufgaben arbeiten, ohne die Anzeige permanent im Blick behalten zu müssen.

  • Eichfähig für Lager und Produktion

    CAS ED-M ist eine interessante Lösung, wenn eine eichfähige Zählwaage benötigt wird.

    Je nach Variante stehen Wägebereiche bis 3, 6, 15 oder 30 kg zur Verfügung. Auch der Eichwert ist modellabhängig und reicht innerhalb der Serie von 0,5 g bis 5 g.

    Die Wägeplatte misst 306 × 222 mm. Durch den integrierten Akku eignet sich die Waage auch für mobile Anwendungen im Lager oder bei der Inventur. Je nach Betriebsart sind lange Akkulaufzeiten möglich.

    Für die Datenkommunikation kann die ED-M optional über RS-232 an PC, Drucker oder weitere Peripheriegeräte angebunden werden.

    Wenn die Waage eichpflichtig eingesetzt werden soll, wählen Sie die entsprechende Ausführung direkt bei der Bestellung aus.

  • Hohe Auflösung und Zweitwaagenbetrieb

    KERN CFS 6K0.1 bietet einen Wägebereich von 6 kg bei einem Ziffernschritt von 0,1 g. Das kleinste Teilegewicht unter normalen Einsatzbedingungen liegt bei 1 g pro Stück.

    Drei getrennte Anzeigen stellen Gewicht, durchschnittliches Stückgewicht und Stückzahl übersichtlich dar. Zusätzlich verfügt die Waage über einen Speicher für bis zu 100 Artikel sowie eine Toleranzkontrolle für definierte Zielbereiche.

    Über die vorhandene Schnittstelle lässt sich eine zusätzliche Mengenwaage beziehungsweise eine geeignete KERN Wägebrücke anbinden. Dadurch kann die hohe Genauigkeit einer Referenzwaage mit einem deutlich größeren Wägebereich kombiniert werden.

    Eine Arbeitsschutzhaube ist bei diesem Modell bereits im Lieferumfang enthalten.

Zählwaagen für Schrauben und andere Kleinteile

Schrauben gehören zu den klassischen Anwendungen für Stückzählwaagen. Statt mehrere Hundert oder Tausend Teile von Hand zu zählen, wird zunächst eine definierte Referenzmenge gewogen. Anschließend lässt sich die Gesamtstückzahl einer größeren Menge innerhalb kurzer Zeit bestimmen.

Das Verfahren eignet sich ebenso für:

  • Muttern und Unterlegscheiben
  • Verbindungselemente
  • Stanz- und Drehteile
  • Kunststoffteile
  • elektronische Bauteile
  • Befestigungsmaterial
  • Verpackungs- und Montageteile

Je kleiner und leichter die Teile sind, desto wichtiger werden das zulässige Mindeststückgewicht und eine ausreichend große Referenzmenge.

Zählwaagen für Inventur und Lager

Bei Inventuren können Zählwaagen den Zeitaufwand gegenüber dem manuellen Zählen erheblich reduzieren.

Besonders praktisch sind mobile Modelle mit Akku. Damit lassen sich Bestände direkt am Regal, an der Kommissionierstation oder im Wareneingang erfassen, ohne dass für jeden Arbeitsplatz eine Steckdose benötigt wird.

Für größere Lagerbestände sind außerdem Funktionen wie Artikelspeicher, Summierung, Toleranzkontrolle oder eine Schnittstelle zur Datenübertragung interessant.

Welche Funktionen sinnvoll sind, hängt davon ab, ob die Zählwaage ausschließlich als Einzelarbeitsplatz genutzt wird oder in ein bestehendes ERP-, Lagerverwaltungs- oder Dokumentationssystem eingebunden werden soll.

Sinnvolles Zubehör für Zählwaagen

Je nach Anwendung lässt sich eine Zählwaage mit unterschiedlichem Zubehör ergänzen:

  • Signalleuchte oder Ampel: macht Gut-, Unter- oder Überwerte auch aus größerer Entfernung sichtbar und eignet sich beispielsweise für Pack- und Kommissionierplätze.
  • Drucker und Datenschnittstellen: Über RS-232 sowie modellabhängig weitere Schnittstellen lassen sich Waagen mit PC, Drucker oder übergeordneten Systemen verbinden.
  • Akku: ermöglicht einen flexiblen Einsatz unabhängig von einer Steckdose und ist besonders bei Inventuren oder wechselnden Arbeitsplätzen praktisch.
  • Arbeitsschutzhaube: schützt Tastatur und Gehäuse vor Staub, Schmutz und täglicher Beanspruchung.
  • Prüfgewicht: Mit einem geeigneten Prüfgewicht lässt sich die Funktion der Waage regelmäßig kontrollieren.

Welche Schnittstellen und Zubehörteile verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Waagenmodell ab.

Zählwaage mieten statt kaufen

Für eine einmalige Jahresinventur, einen vorübergehenden Produktionsauftrag
oder ein zeitlich begrenztes Projekt ist der Kauf einer Zählwaage nicht immer notwendig.

Über unseren ESSMANN Mietwaagen-Service können Sie geeignete Waagen für einen begrenzten Zeitraum anfragen.

Teilen Sie uns dazu mit, welches Teilegewicht Sie zählen möchten, welche Gesamtlast zu erwarten ist und für welchen Zeitraum die Waage benötigt wird. So können wir eine passende Lösung für Ihre Anwendung zusammenstellen.

Service für Zählwaagen von ESSMANN

Auch nach dem Kauf unterstützen wir Sie bei der langfristigen Nutzung Ihrer Zählwaage.

Zu unseren Leistungen gehören unter anderem Wartung, Reparatur, Eichservice sowie ISO- und DAkkS-Kalibrierungen.

Wenn die Ergebnisse einer vorhandenen Zählwaage plötzlich stärker schwanken als gewohnt, muss nicht zwangsläufig ein neues Gerät angeschafft werden. Mögliche Ursachen sind beispielsweise eine erforderliche Justierung, Verschmutzungen im Bereich der Wägeplatte, Luftbewegungen, Temperaturschwankungen oder Vibrationen am Aufstellort.

Unsere Servicetechniker prüfen die Ursache und unterstützen Sie bei der Instandsetzung und regelmäßigen Überprüfung Ihrer Wägetechnik.

Sie sind unsicher, welcher Wägebereich, welches kleinste Teilegewicht oder welche eichfähige Ausführung für Ihre Anwendung geeignet ist?

Unser Shop-Team berät Sie unter +49 (0)40 / 84 000 410, Montag bis Freitag von 08:00 bis 17:00 Uhr.

ESSMANN | Waagen & Automation. Innovation für Präzision seit 1860.

Häufige Fragen

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Zählwaagen 3

Eine Zählwaage ermittelt zunächst aus einer bekannten Referenzmenge das durchschnittliche Gewicht eines einzelnen Teils. Anschließend teilt sie das Gewicht der aufgelegten Gesamtmenge durch dieses durchschnittliche Stückgewicht und berechnet daraus die Stückzahl. Je größer und repräsentativer die Referenzmenge ist, desto zuverlässiger wird in der Regel das Zählergebnis.

Entscheidend ist vor allem das kleinste Teilegewicht der zu zählenden Schrauben oder Kleinteile. Zusätzlich muss der Wägebereich für das Gewicht der gesamten aufgelegten Menge ausreichen. Bei sehr leichten Teilen und gleichzeitig großen Mengen kann ein Zweitwaagensystem aus Referenzwaage und größerer Mengenwaage sinnvoll sein.

Der Ziffernschritt d gibt an, in welchen Gewichtsschritten die Waage das Gewicht anzeigt. Das kleinste Teilegewicht beschreibt dagegen, ab welchem durchschnittlichen Stückgewicht der Hersteller die Waage für die Stückzählung vorsieht. Beide Werte sollten deshalb bei der Auswahl einer Zählwaage getrennt betrachtet werden.
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